• Pfarrkirche St. Lambertus, Noviand
  • Kirche St. Remigius, Maring

Die heutige Pfarrkirche St. Lambertus mit Turm (1790), Chor (zw. 1783 und 1790), Sakristei (1913) und dem Erweiterungsbau (1964/65).
Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Noviand stammt aus dem Jahr 1157. Über ihre Baugestalt und Größe ist nichts überliefert. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass auch diese Kirche ihren Standort bereits dort hatte, wo die heutige Pfarrkirche steht. Die Vorgängerkirche aus der Zeit vor dem Jahr 1963, in dem große Umbauten in Angriff genommen worden waren, hat eine „vertrackte“ Baugeschichte. Die verschiedenen baulichen Teile dieser Kirche gehörten nämlich unterschiedlichen Besitzern: Das Kirchenschiff der kurfürstlichen Kammer Trier, der Chor gehörte der Pfarrgemeinde Noviand und dem Kollegialstift Pfalzel, Turm und Sakristei dagegen fielen der Zivilgemeinde zu. Man kann sich vorstellen, wie schwierig Renovierungen oder Umbauten dieses Gotteshauses im 17. und 18. Jahrhundert angesichts dieser „vertrackten“ Verhältnisse waren. Die Pfarrkirche St. Lambertus verdankt ihre jetzige Gestalt umfangreichen Baumaßnahmen aus den Jahren 1963-66. Sie wurden für notwendig erachtet, weil zum einen die Gewölbedecke statisch unsicher geworden war und zum anderen der Platz für die Pfarrgemeinde nicht mehr ausreichte. In diesen Jahren wurden zunächst Gewölbe und Dach abgerissen, ein Querschiff eingebaut, Bodenplatte und Empore erneuert. Bis zur Einsegnung am 01.10.1966 wurden das Dach gedeckt, neue moderne Fenster eingebaut, Elektroleitungen erneuert, der Innenraum verputzt; neue Bänke und ein neuer Altar wurden angeschafft. Trotz oder gerade wegen der Unterstützung unzähliger freiwilliger Helfer und den zum Teil kostenlosen Leistungen örtlicher Handwerksbetriebe kostete dieser Umbau damals mehr als
300 000 Mark.
Im Jahr 2002 wurde ein Innenanstrich der Kirche abermals nötig. Auch diese Maßnahme konnte dank vieler Helfer umgesetzt werden.
Eine neue Orgel bereichert seit dem Frühjahr 2005 Gottesdienste und Konzerte.

(Auszug aus dem Beitrag „Zur Geschichte der Pfarrkirche St. Lambertus“ von Raymund Weber und Eberhard Weinand, Ortschronik, H. 8, S. 10-24)

Die Filialkirche St. Remigius wurde 1826-1829 als Hallenkirche im klassizistischen Stil erbaut. Der Chor und die Säulen sind ebenso wie die Kassettendecke römisch-klassizistisch, die spitzbogigen Fensterelemente dagegen byzantinisch.
Von der Vorgängerkirche, die unterhalb des jetzigen Standortes auf dem heutigen Schulhof stand, sind noch die beiden Seitenaltäre vorhanden: Der Kreuzaltar des Trierer Bildhauers Hans Ruprecht Hoffmann (rechts) stammt von 1601. Der linke Seitenaltar, ein Marienaltar, stammt von 1730 und ist ebenfalls gestiftet. Die Orgel wurde 1888 zum ersten Mal gespielt. Ihre Anschaffung ist insbesondere auf das Engagements des damaligen Schullehrers Nikolaus Henkel zurückzuführen, der für seinen großen Traum von der musikalischen Umrahmung der Gottesdienste in der Maringer Kirche sogar tief in seinen eigenen Geldbeutel griff und so manchen Ärger mit der Finanzierung hatte. Auch heute tut sie noch ihre Dienste, ist aber leider in einem renovierungsbedürftigen Zustand.
Zu erwähnen sind außerdem die alten Kreuzwegstationen von 1861, die 1998 restauriert wurden. Die Maringer Kirche befindet sich erst seit 2001 wieder in ihrem Originalzustand, nachdem in ihrem „Schicksalsjahr“ 1962 unter Pastor Georg Faber alle Wände, die Kassettendecke und auch die biblischen Szenen über den Seitenaltären grau übermalt wurden.
Nachdem die Remigius-Kirche 1987 unter Denkmalschutz gestellt worden war, plante man ab 1990 eine Gesamtrenovierung des Innenraumes. Insgesamt brachte die Pfarrgemeinde für diese Maßnahmen bisher einen Betrag von mehreren hunderttausend Mark auf. Darüber hinaus sind alleine bei der letzten Renovierungsmaßnahme 400 freiwillige Arbeitsstunden geleistet worden.
Raymund Weber schreibt in seinem Kapitel über die Maringer Kirche zum Schluss:
„Fazit: Heute erstrahlt unsere gute alte Remigius-Kirche wieder neu in ihrer alten Schönheit. Möge sie für die Menschen in unserem Dorf (Anm. d. Verf.: und natürlich darüber hinaus) das bleiben, was sie einhundertsiebzig Jahre lang gewesen ist- ein Ort der Sammlung, des Gebetes und der Danksagung an den Herrgott!“

 

 

Quellen:
- WEBER, Raymund (2001): Maring-Noviand-Siebenborn.- Heft 7 der Reihe, S. 11f
- WEBER, Raymund (2000): Maring-Noviand-Siebenborn.- Heft 5 der Reihe, S. 33f
- Trierischer Volksfreund vom 16.07.2001 und 1.12.2001