• Pfarrkirche St. Remigius, Brauneberg
  • Kapelle St. Maria, Mülheim

Eine Kirche in Dusemond wird erstmals im Jahre 1086 als dem Remigius geweihte Kirche erwähnt.

Brauneberg, das frühere Dusemond, gehörte zur ehemaligen Grafschaft Veldenz, in der Pfalzgraf Ludwig II. (1514-1532) im Jahre 1523 die Reformation einführte. Während des 30jährigen Krieges trat infolge der Besitzergreifung durch den Kurfürsten von Trier im 1627 eine Besetzung der Pfarrstelle mit katholischem Geistlichen ein. Der Westfälische Friedensvertrag von 1648 bestimmte in Paragraph 22 mit Bezug auf das Amt Veldenz: Demnach wurde Pfalzgraf Leopold Ludwig in seine Rechte als Landesherr wiedereingesetzt. Die Besetzung der Pfarrstelle mit lutherischen Geistlichen wurde durch den Veldenzer Abschied vom 2ten September 1649 bestimmt. Die Katholiken durften auf Grund des Friedensvertrages in der Grafschaft wohnen bleiben, nur waren sie bezüglich der Ausübung ihrer Religion auf katholische Nachbargemeinden angewiesen. Dieser Zustand dauerte bis zum Jahre 1680, in welchem die Grafschaft Veldenz auf Grund der Beschlüsse der Reunionskammer zu Metz durch Ludwig XIV. von Frankreich besetzt wurde. Die bald darauf einsetzenden Streitigkeiten um Zulassung der Katholiken zum Gottesdienst innerhalb der Grafschaft fanden ihren Abschluss in einem Erlass des französischen Intendanten der gesamten annektierten Länder, de la Goupilliere, gegeben Homburg, 21. Dezember 1684. In diesem Erlass wurde bestimmt, dass in Orten mit zwei Kirchen die kleinere den Katholiken gehören solle, in Orten mit nur einer Kirche sollte diese beiden Konfessionen gehören. In Ausführung des Erlasses wurde in Dusemond ein katholisches Pfarramt errichtet, das für die ganze Grafschaft Veldenz zuständig war. Der Friedhof in Dusemond wurde konfessionell abgeteilt und die katholischen Grafschafter sind hier beerdigt worden Dieser Erlass beendetet auch das Bestehen der selbständigen evangelischen Gemeinde Dusemond. Als im Jahre 1650 mit Konrad Happel ein geborener Hesse in die Pfarrei Dusemond als Pfarrer eintrat, nahm er seinen Wohnsitz in Mülheim. Pfarrer Happel hat 20 Jahre in Dusemond am göttlichen Werk gearbeitet. Nachdem nun Mülheim als Pfarrei betrachtet wurde, muss auch die dortige Kirche als Pfarrkirche angesehen werden, und Dusemond ist von nun an Filiale von Mülheim.

Der Grundstein zum ehemaligen katholischen Pfarrhaus wurde am 13. Mai 1752 gelegt, ein stattlicher Bau, ähnlich dem evangelischen Pfarrhaus in Veldenz.

Im Jahre 1775 musste die Dusemonder Kirche abgerissen und eine neue gebaut werden, die wieder Simultankirche war. Die Baukosten wurden vom Kurfürsten von der Pfalz zu einem Drittel und den Herren Grafen von Manderscheid-Blankenheim zu zwei Drittel getragen. Letzter, damals österreichischer Minister, besaß in Dusemond ein großes Weingut und war Patron der katholischen Untertanen. Die katholische Gemeinde blieb Pfarrkirche für die Grafschaft bis zum Jahre 1803. Dann wurden ihr infolge der Beschagnahmen der kirchlichen und weltlichen Güter in Dusemond (Kloster Tholey, Blankenheim, von Bürresheim, Junker v.d. Heyden) durch Napoleon I. die Einkünfte entzogen. Damit ging die Pfarrstelle in Dusemond ein. Dusemond wurde Filiale von Filzen bis zum Jahre 1807, dann erhielt die katholische Gemeinde ihr Pfarrrecht zurück.

Die heutige Kirche in Brauneberg (früher Dusemond) ist in den Jahren 1775/77 nach einem Plan des kurpfälzischen Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti errichtet worden, der auch den Plan für die katholische Kapelle in Mülheim lieferte. Rabalilatti war süddeutsch-italienischer Abstammung und schuf wahrscheinlich aus diesem Grund die beiden Zwiebeltürme, die einzigen im ganzen Moselraum.

Die Kirchturmuhr ist seit dem 1. Oktober 1880 in Gemeindebesitz und wird von ihr unterhalten.

 

Früheres Aussehen der Kirche
Die Simultankirche und das Pfarrhaus der katholischen Gemeinde mit dem dazwischen liegenden Eingang zum alten Friedhof sind noch ein ungestörtes Ensemble (1925).
1931 wurde ein Kriegerdenkmal zwischen Pfarrhaus und Pfarrkirche erbaut.
1956 hat man die Teilung der Kirche erbeten. Der ostwärts gelegene Chor der Kirche wurde der evangelischen Gemeinde übertragen, während das Hauptschiff in das Eigentum der katholischen Gemeinde ging. Das Eingänge zur Hauptverkehrsstraße wurden zugemauert und die Sandsteintreppen beseitigt. Lediglich das Sandsteinhauwerk der Portale sind heute noch sichtbar.
Für beide Teile der Kirche ist zur Moselseite ein eigener Eingang geschaffen worden, zu denen ein Weg über den ehemaligen Friedhof führt.
Beide Gemeinden verpflichteten sich das äußere Bild der Kirche in einheitlicher form zu wahren. Aus diesem Grund ist die Teilung der Kirche für den Betrachter von außen nicht erkennbar.
 

Die Inneneinrichtung
Bei der Teilung der Kirche sind die im Barock-Stil gehaltenen Wangen der Kirchenbänke, die vom Wittlicher Schreinermeister Dräger 1783 gefertigt wurden, im Verhältnis 2/3 zu 1/3 aufgeteilt und wiederverwandt worden.
2020 wurden die Kirchenbänke im katholischen Teil durch eine Bestuhlung ersetzt, die Wangen wurden eingelagert.
Der Barocke Hochaltar stammt aus Laubach (Eifel) und steht ebenso wie der evangelische Altar an der Trennwand zwischen den Kirchenteilen.
Der Zelebrationsaltar wurde am 08.12.1991 konsekriert.
Die alte Kanzel hat ihren Platz im evangelischen Teil gefunden. Die Kanzel im katholischen Teil ist eine Leihgabe der Bitburger Liebfrauen-Kirche.
Die Kreuzwegstationen wurden 1891 von Eduard Puricelli-Schorlemer aus Lieser gestiftet.
Die Orgel aus der Werkstatt der Gebrüder Stockmann wurde 1986 eingeweiht.

(entnommen aus: Die Simultankirche in Brauneberg-Dusemond von Ernst Schiffmann)

Das „Kapellchen“ wurde im Jahre 1772/73 als Hauskapelle für die Amtmannfamilie neben dem kurpfälzischen Amtsgebäude errichtet. Sie ist ein Saalbau mit dreiseitig geschlossenem Chor und Dachreiter. Die Seitenwände werden von sechs Rundbogenfenstern durchbrochen. Sie ersetzt eine frühere Hauskapelle im kurpfälzischen Oberamtsgebäude. Das Geld für den Bau kam aus dem Nachlass des Brauneberger Pfarrers Alterich. Die erste Glocke stiftete 1773 die Ehefrau von Amtmann Wunderlich.

Im Inneren der Kirche steht ein aus Holz geschnitzter Hochaltar mit einer Statue der Maria, die auch der Namensgeber der Kirche ist. Um 1923 wurden die beiden Buntglasfenster von Pastor Ignaz Josten aus Brauneberg gestiftet.

In einem der Fenster ist St. Laurentius zu sehen, der Schutzheilige des Weines. Auch bei der heutigen Glocke von 1951 handelt es sich um ein Geschenk. Die Kapelle ist Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Remigius Brauneberg.

(Informationen aus: www.kulturweg-grafschaft-veldenz.de)